Über Honig und seine Alternativen | 3 Minuten Lesezeit

Honey? No, thanks!

Ist Honig vegan? Eine häufig gestellte Frage, wenn es um vegane Ernährung geht. Die Antwort ist allerdings einfach: Nein, Honig ist nicht vegan, denn er wird von Bienen produziert. Honigbienen sammeln Blütennektar, der dann in ihrem Magen weiterverarbeitet wird. Nach dieser Teilverdauung übergibt die Biene diese Honigvorstufe über oralem Wege an eine andere Biene weiter und der Prozess geht von vorne los. Der Begriff „Bienenkotze“ für Honig – vielleicht seid ihr auch schon einmal darüber gestolpert – kommt daher. Wenn man an Honig denkt, hat man oft eine idyllische Vorstellung im Kopf: Bienen, die frei durch die Natur fliegen und ganz in Ruhe ihren leckeren Honig produzieren. Leider sieht das in der Realität oft ganz anders aus. Deshalb haben wir ein paar Hintergrundinformationen zum Thema Honig für euch zusammengefasst.

Nach Kühen und Schweinen stellen Bienen die drittgrößte Gruppe an Nutztieren in Deutschland dar und leider gibt es auch bei Bienen Massentierhaltung. Hierzu ist wichtig zu wissen, dass ein Großteil des Honigs, den wir hier in den Supermärkten kaufen können, aus Nicht-EU-Ländern kommt. So ist es einerseits schwieriger die Produktionsbedingungen nachzuvollziehen und andererseits legt der importierte Honig so lange Transportwege zurück. Die Bienen werden oft in sogenannten Magazinen gehalten. Das sind Kästen mit bis zu vier Stockwerken, die an der Seite geöffnet werden können, um den Honig zu entnehmen. Teilweise gibt es riesengroße Bienenfarmen, wo Magazine an Magazine stehen. Eine übliche Praxis ist es, die Flügel der Bienenköniginnen zu stutzen, sodass diese nicht wegfliegen können und somit auch das Bienenvolk an seinem vorbestimmten Platz bleibt. Die Bienenköniginnen erreichen manchmal nur einen Bruchteil ihrer natürlichen Lebenserwartung, da sie durch produktivere Bienen ausgetauscht werden.

Auch wenn die Wahrnehmung oft eine andere ist, Bienen produzieren Honig nicht für uns Menschen, sondern für sich selbst, um mit diesem überwintern zu können. Auf Honigfarmen wird den Bienen aber fast der ganze Honig weggenommen. Stattdessen bekommen die Bienen oft einfaches Zuckerwasser, was weniger Nährstoffe enthält und somit schlechter vor Krankheiten schützt. Die Honigentnahme wird leider auch nicht immer vorsichtig genug durchgeführt, sodass Bienen dabei verletzt oder manchmal sogar getötet werden. Wenn ihr euch darüber noch tiefgehender informieren wollt, können wir euch auf jeden Fall den Dokumentarfilm „More than Honey“ empfehlen. Dort wird die Thematik sehr gut und verständlich aufgearbeitet.

Es gibt natürlich auch Honigfarmen, die sich an strenge Regeln und Vorgaben halten und sehr vorsichtig mit ihren Bienen umgehen. Bei Demeter und Bioland-zertifiziertem Honig wird z.B. besonders viel Wert auf einen guten Umgang mit den Bienen gelegt. Honig kann aufgrund seiner heilenden Wirkung zwar auch sehr gesund sein, allerdings brauchen wir Menschen Honig nicht, um uns ausgewogen zu ernähren und es gibt super viele, leckere Alternativen:

Ahornsirup:

Ahornsirup ist einer der beliebtesten veganen Honigalternativen. Er ist nicht nur mindestens genauso lecker, sondern enthält teilweise sogar mehr Nährstoffe und gleichzeitig weniger Kalorien. Allerdings wird er in Kanada oder den USA hergestellt, weshalb leider auch lange Transportwege mit Ahornsirup einhergehen.

Zuckerrübensirup:

Zuckerrübensirup ist das ideale regionale Honigsubstitut. Der Sirup kann ähnlich wie Honig verwendet werden und enthält tolle Nährstoffe wie Magnesium, Kalium und Folsäure. Allerdings hat Zuckerrübensirup auch einen stärkeren Eigengeschmack, den man mögen muss.

Agavendicksaft:

Agavendicksaft erfreut sich seit einiger Zeit wachsender Beliebtheit. Er ist relativ kalorienarm, flüssiger als Bienenhonig und sehr süß. Allerdings wird dieser meistens in Lateinamerika oder Südafrika angebaut, sodass er ebenfalls lange Transportwege zurücklegt, bis er bei uns im Supermarktregal steht.

Löwenzahnsirup:

Kennt ihr schon Löwenzahnsirup? Diese Honigalternative findet man zugegeben nur selten im Supermarkt. Dadurch, dass er allerdings nur aus Löwenzahnblüten, Wasser oder Zitronensaft und Zucker besteht, könnt ihr ihn auch einfach zuhause selbst machen. Verwendet werden kann er dann so wie herkömmlicher Honig.

Trockenfrüchte:

Verschiedene Trockenfrüchte wie Datteln, Aprikosen oder Rosinen können ebenfalls einen tollen veganen Honigersatz zaubern. Vor allem für’s Backen und für Desserts eignen sie sich super. Trockenfrüchte enthalten viele Vitamine und Mineralien, allerdings auch viel Zucker, weshalb man sie nur in Maßen genießen sollte.

Honig ist wie man sieht ein eher komplexes Thema und erfordert vielleicht ein bisschen mehr Informationen, um sich dafür oder dagegen zun entscheiden, Honig zu essen. So oder so lohnt es sich total die vielen veganen Alternativen auszuprobieren und zu testen, welches Süßungsmittel für welchen Zweck am besten passt. Wir sind jetzt z.B. total neugierig auf Löwenzahnsirup und hoffen, dass für euch auch noch die ein oder andere neue Entdeckung oder Information dabei war.

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