Das Wunder des Haltbarmachens | 3 Minuten Lesezeit

Lasst uns fermentieren!

Sauerkraut, Sauerteig, Bier, Wein, Kimchi oder Kombucha – Was haben alle gemeinsam? Sie sind durch Fermentierung haltbar gemacht worden! Selbst zu fermentieren ist einer der angesagtesten Trends zurzeit. Du kennst sicher jemanden, der seinen eigenen Sauerteig hat oder in letzter Zeit mal Kombucha selbst gemacht hat, oder? Wir wundern uns nicht, dass Fermentieren so beliebt ist, denn es kann jeder ganz einfach zuhause machen und es bereitet super viel Freude, den Fermentationsprozess zu beobachten und mit verschiedenen Gemüsesorten und Gewürzen dabei herum zu experimentieren!

Aber was heißt eigentlich Fermentieren? Die Kunst der Fermentation ist schon seit Tausenden von Jahren bekannt und beschreibt eine Technik, die Lebensmittel ganz ohne den Einsatz von Energie haltbar macht. Als es noch keine oder nur wenige Kühlmöglichkeiten gab, konnte so das Gemüse, was im Sommer geerntet wurde, für die Wintermonate haltbar gemacht werden. Durch den Fermentationsprozess entsteht nämlich Säure, die verhindert, dass ungesunde Keime entstehen. Super praktisch!

Das Beste ist, dass Fermentation neben dem Effekt des Haltbarmachens, noch mit weiteren Benefits überzeugt. Fermentiertes Essen gilt nämlich als vorverdaut und ist daher besser verdaulich. Die enthaltenen Milchsäurebakterien stärken unsere Darmflora, was sich wiederum positiv auf unser Immunsystem und unser Wohlbefinden auswirken soll. Beim Fermentieren gehen übrigens anders als beim Einkochen keine Vitamine verloren, sondern es entwickeln sich zum Teil sogar zusätzlich Vitamine wie Vitamin C und B Vitamine. Außerdem schmecken fermentierte Lebensmittel herrlich aromatisch und frisch.

Nun, aber das wichtigste: Wie kann ich selbst fermentieren? Man kann mit einer sogenannten Startkultur fermentieren oder aber man fermentiert einfach „wild“. Bei der zweiten Option nutzt man lediglich die Mikroorganismen, die sich eh schon auf dem Lebensmittel befinden. Du brauchst also keine weiteren speziellen Zutaten und deshalb wollen wir dir diese Option kurz vorstellen, damit du schnellstmöglich loslegen kannst.

  • Zerkleinere zunächst das Gemüse deiner Wahl, z.B. in mundgerechte Stücke oder Spalten oder raspele das Gemüse.
  • Wenn du dich für Raspeln entscheidest, fügst du als nächstes ca. 2% Salz in Relation zum Gewicht des Gemüses hinzu und fängst an das Gemüse zu kneten oder zu zerstampfen. Das Salz entzieht dem Gemüse nämlich Flüssigkeit. Wenn es nicht so viel ist, dass das Gemüse damit bedeckt ist, solltest du noch etwas Wasser mit 2% Salzanteil hinzufügen bis das Gemüse bedeckt ist.
  • Bei größer geschnittenem Gemüse kannst du direkt eine Salzwassermischung anrühren und diese darüber gießen. In deinem Gefäß (besonders gut eignen sich z.B. Einmach- oder Weckgläser) sollte für die entstehenden Gase auf jeden Fall noch etwas Platz (ca. 2 Finger breit) nach oben sein.
  • Wichtig ist, dass du dein Gemüse beschwerst, damit es im Fermentationsprozess nicht hochsteigen kann. Das klappt z.B. mit einem kleinen „Weck-Deckel“ oder ganz einfach mit einem Blatt Kohl. Dieses legst du über die Masse und beschwerst es mit kleinen Holzstäbchen. Das Gemüse muss sich auf jeden Fall unter Luftabschluss befinden!
  • Und nun heißt es, das Gefäß bei Zimmertemperatur stehen zu lassen und abzuwarten… Je nachdem was und wie du fermentierst, dauert der Prozess unterschiedlich lange (meistens zwischen 2-6 Wochen).
  • Wenn z.B. keine Bläschen mehr aufsteigen, kann das ein Zeichen dafür sein, dass dein Gemüse bereits fermentiert ist. Du kannst aber auch einfach mal probieren. Das Gemüse sollte nicht mehr salzig, sondern sauer schmecken. Wenn es dir schon schmeckt, kannst du es an einem dunklen und kühlen Ort oder z.B. im Kühlschrank lagern.

Als Fermentationsanfänger*in empfehlen wir mit z.B. Sauerkraut, Kimchi oder Kombucha zu starten. Eine Kombucha Anleitung haben wir dir hier schon zusammengestellt. Übrigens sollte dein Behältnis auf jeden Fall keimfrei sein. Koch es also am besten vorher mit Wasser aus, um Schimmelbildung zu vermeiden. Und jetzt kannst du dich direkt an‘s Ausprobieren wagen! Fermentieren hat nämlich viel mit experimentieren zu tun. Ganz viel Spaß dabei!

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