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Zelluläre Landwirtschaft

Was ist eigentlich zelluläre Landwirtschaft?

Bei der zellulären Landwirtschaft geht es darum, tierische Produkte mit Hilfe von Zellkulturen statt Nutztieren herzustellen. Das Ziel ist es, Menschen mit den tierischen Produkten zu versorgen, die sie kennen und lieben, ohne dabei die negativen Auswirkungen auf Tierwohl, Umwelt und die menschliche Gesundheit zu verursachen.

Wie funktioniert zelluläre Landwirtschaft?

Zur Zeit gibt es zwei verschiedene Methoden: Bei der zellulären Methode werden Zellen vom jeweiligen Tier mit einer einfachen und schmerzlosen Biopsie entnommen und kultiviert. Diese werden mit Nährstoffen gefüttert, vermehrt und differenziert.  Im Verlauf des Wachstums entsteht Muskelgewebe, woraus dann die jeweiligen Produkte hergestellt werden können.  Die azelluläre Methode beruht auf Mikroorganismen, welche mit Hilfe verschiedener Fermentationsprozesse zur Herstellung von Milch- und Eiprodukten genutzt werden.

Was sind die Vorteile?

Die Endprodukte sollen gesünder und sicherer als konventionelle Lebensmittel sein. Ohne die Massentierhaltung gibt es deutlich weniger Krankheitserreger, Antibiotika und Zoonosen. Außerdem kann die Nährstoffzusammensetzung verbessert werden. Die gesättigten Fettsäuren in rotem Fleisch könnten beispielsweise durch wertvolle Omega-3-Fettsäuren ersetzt werden. Zelluläre Landwirtschaft verursacht deutlich weniger CO2 Emissionen. Man bräuchte nur noch einen Bruchteil der Nutztiere, die man heutzutage auf riesigen Flächen der Erde hält. Stattdessen könnte man diese Flächen wieder beforsten und somit die Biodiversität schützen oder Getreide anbauen, um endlich dem Ende des Welthungers näher zu rücken.

Wie lautet die Zielgruppe?

Anders als eventuell erwartet, ist die ursprünglich angedachten Zielgruppe nicht vegan. Die kultivierten Produkte sind vor allem für die Menschen gedacht, denen es schwer fällt, auf tierische Produkte zu verzichten. Es gibt zwar mittlerweile unzählige pflanzliche Fleischalternativen, aber einige Fleischesser*innen fühlen sich von diesen nicht angesprochen und möchten ihre gewohnten Lebensmittel nicht vom Nahrungsplan streichen. Wenn man ganz strikt ist, sind die kultivierten Produkte nicht vegan, es ist also eine individuelle Entscheidung, ob man sich als Veganer*in dazu entscheidet, diese Produkte zu konsumieren. So oder so ist es eine gute Sache zu wissen, dass im ganzen Prozess kein Tierleid verursacht wurde und die Produktion deutlich ressourcenschonender ist.

Die zelluläre Landwirtschaft wird bereits von bekannten Investor*innen unterstützt und vorangetrieben, aber auch Staaten und führende Fleischproduzenten haben großes Interesse an zügigen Fortschritten. Zu den aktuellen Herausforderungen gehören mögliche Regulierungen und die Kundenakzeptanz. Fleischesser*innen mag der Gedanke, im Labor gezüchtetes Fleisch zu essen, „unnatürlich“ oder „chemisch“ vorkommen. Aber sobald sich die klimatechnischen und gesundheitlichen Vorteile verbreiten und sich erschwingliche Preise etablieren, wird die zelluläre Landwirtschaft eine vielversprechende Zukunft vor sich haben.

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